eCollaboration - Anwendungen

Das beste Beispiel für die Anwendung von eCollaboration-Systemen ist die Automobilindustrie, da hier die Beschaffung von komplexen direkten Gütern besonders wichtig ist. Hier finden sich die geeigneten Strukturen, um solch ein System zu implementieren und die relativ geringe Anzahl an Kollaborationspartnern macht den Markt überschaubar. Außerdem gibt es in dieser Branche sehr enge Bindungen zwischen den Lieferanten und dem Hersteller, was die Einführung und Standardisierung zudem noch vereinfacht. Herr E. Nickel, weltweit verantwortlich für den Bereich Automotive Telematics Solutions bei IBM hat den Stellenwert von eCollaboration im Bereich der Automobilindustrie wie folgt dargestellt: "Im Mittelpunkt stehen die Wünsche der Kunden nach individuell zugeschnittenen Fahrzeugvarianten mit sehr variablen Ausstattungskomponenten. Dafür sind hochflexible Wertschöpfungsketten notwendig, deren Glieder eng miteinander verzahnt sind. Dabei geht es einerseits um das exakte Zusammenspiel der Software und Elektronik, denn 90 Prozent der zukünftigen Fahrzeug-Innovationen finden in diesen Bereichen statt. Zum anderen geht es um die bessere Einbindung der Zulieferer: Deren Wertschöpfung wird sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln." Als Beispiel setzt er hier bei der BMW Group und Audi an.

Auch Ford hat eCollaboration schon durchgehend genutzt. Das Modell „Mondeo“ wurde komplett interaktiv mit Lieferanten, Designern und Zulieferern entwickelt. Die beteiligten Unternehmen standen während der gesamten Entwicklungszeit in Kontakt und jeder hatte Zugriff auf die notwendigen projektbezogenen Daten. Interessante Perspektiven bietet eCollaboration für alle Branchen und Unternehmensgrößen. Unterschiedliche Ausprägungen dieses Systems könnten z.B. auch im öffentlichen Sektor, im Versicherungswesen und im Handel zum Tragen kommen. Ein weiteres Beispiel ist die Baubranche. Hier steht man in Zukunft immer größeren Herausforderungen gegenüber, speziell bei dem sich globalisierenden Baumarkt. Die größten Problematiken innerhalb der Baubranche, welche durch eCollaboration gelöst werden können sind folgende:

  • viele Beteiligte an mehreren Standorten
  • eine zunehmende Spezialisierung der Unternehmen und beteiligten Arbeitsgruppen
  • die hohe Bedeutung von begleitenden Dienstleistungen
  • immer kürzer werdende Abwicklungszeiträume.

Vorteile durch eCollaboration sind z.B., dass jeder Mitarbeiter die Möglichkeit besitzt, den Stand des Projektes und seinen Fortschritt zu verfolgen.

Eine weitere Chance ist der persönliche Zugang des Kunden zu den projektspezifischen Daten, wodurch dieser immer auf dem aktuellsten Stand ist und sich jederzeit anregend oder auch fragend an die zuständigen Mitarbeiter des Bauunternehmens richten kann. Diese zusätzliche Funktion fördert die Servicequalität sowie die Kommunikation zum Kunden.

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