eCollaboration - Definition
Unter eCollaboration wird eine Fülle von Maßnahmen zusammengefasst, die die Zusammenarbeit zeitlich und/oder räumlich getrennter Organisationseinheiten durch elektronische Medien, insbesondere Internet, nutzen. Dazu zählen Anwendungen wie Video-Konferenzen, Shared Documents, Shared Workspace u.v.m. Somit beschriebt der Begriff eCollaboration die internetbasierte, vernetzte Zusammenarbeit von Unternehmen mit ähnlichen Interessen, entlang der Wertschöpfungskette und den Geschäftsprozessen – vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher. Hinzuzufügen ist, dass eCollaboration kein eigenständiges Geschäftsmodell an sich ist. Es soll vielmehr die Effizienz und Abwicklungsgeschwindigkeit von Unternehmensprozessen verbessern, und zwar sowohl interner Prozesse als auch der am Leistungserstellungsprozess beteiligten Partner wie Lieferanten, Partnerunternehmen und dem Handel – wovon letztlich alle im Prozess involvierten Parteien profitieren sollen. Tatsächlich hat es schon ähnliche Konzepte und Erwartungen im Zusammenhang mit den Schlagworten des SCM (Supply Chain Management), EDI (Electronic Data Interchange) und ERP (Enterprise Resource Planning) gegeben, jedoch basiert eCollaboration auf einem gänzlich neuen Ansatz. Vor allem die Veränderung vom reinen und einfachen Datenaustausch, wie man ihn von EDI her kennt, hin zum weitergehenden Kollaborationsprozess zwischen einer Vielzahl von Unternehmen, spielt eine bedeutende Rolle.
Zudem konzentrieren sich eCollaboration-Lösungen im Gegensatz zu EDI- und ERP-Systemen, die nur einzelne Teilbereiche abdecken und somit eine Art Insellösungen darstellen, auf den gesamten Leistungserstellungsprozess unter Einbeziehung sämtlicher Wertschöpfungsstufen und Geschäftsprozesse. So sind also folgende Besonderheiten aber auch Anforderungen an eCollaboration hervorzuheben: Da eCollaboration u.a. den Zweck erfüllt, das Unternehmen zu erweitern, muss dieses auch die Geschäftsprozesse zum einen über die traditionellen Unternehmensgrenzen, zum anderen aber auch über kulturelle bzw. psychologische Grenzen hinweg unterstützen. Zudem ist eCollaboration ein interpersoneller Prozess, d.h. dass die Interaktionen nicht nur wie bisher zwischen zwei oder mehr Computern bzw. Softwareprogrammen stattfindet, sondern auch zwischen den Menschen, die in diese Prozesse involviert sind. Es wird also um die Informationen oder z.B. gemeinsam gesetzten Meilensteine herumgearbeitet. Dies setzt natürlich voraus, dass die betroffenen Mitarbeiter auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten und sich dabei unterstützen. Die Dynamik von eCollaboration spielt auch eine wesentliche Rolle. Denn wie bereits erwähnt, arbeiten oft mehrere Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmen an bestimmten Informationen oder Abläufen. Viele dieser Aktivitäten beziehen sich auf zeitkritische Zielsetzungen, wobei in der Praxis immer plötzliche Abweichungen miteingeplant werden müssen. Demnach muss eCollaboration sowohl die geplanten Ereignisse, als auch die ad hoc Ereignisse unterstützen. Um die daraus resultierenden Entscheidungen möglichst schnell treffen zu können, ist es besonders wichtig, in Echtzeit miteinender zu kommunizieren. Bisher wurden lediglich Teillösungen angeboten (s. oben), die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. eCollaboration bietet die Möglichkeit, alle Geschäftsprozesse und –beziehungen zu bearbeiten und zu verbessern. Um hier noch mehr Klarheit zu schaffen, werden im Folgenden die einzelnen Hauptbausteine des eCollaboration beschrieben.